Ein weißer Taschenrechner und ein weißer Kugelschreiber liegen auf betriebswirtschaftlichen Unterlagen.

NRW-Wohlfahrtsverbände bitten Land um Unterstützung

Corona-Krise: Freie Wohlfahrtspflege warnt vor Insolvenz sozialer Dienste und Einrichtungen

Die Landesarbeitsgemeinschaft der nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände (Freie Wohlfahrtspflege NRW) bittet NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der Corona-Krise um Unterstützung für die sozialen Dienste und Einrichtungen in NRW. „Da wir uns mit unseren absolut gesellschaftsrelevanten Diensten und Einrichtungen keinen Rückzug aus der Versorgung erlauben können, brauchen wir Ihre Unterstützung und schützende Zusage, dass öffentliche Finanzierungen weiter erfolgen und existenzgefährdende finanzielle Belastungen ausgeglichen werden“, schreibt der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege NRW Dr. Frank Johannes Hensel.

Gemeinnützige Träger dürfen kaum Rücklagen bilden

In vielen notwendigen und systemrelevanten Arbeitsfeldern im Gesundheits- und Sozialsektor seien Liquiditätsengpässe zu verzeichnen, warnt Hensel. Grund seien Minderbelegungen, Aufnahmestopps und Personalnot. „Anders als kommerzielle Anbieter dürfen gemeinnützige Träger kaum Risikorücklagen bilden und sind für Schließungen oder Ausfallzeiten strukturell nicht ausgerichtet“, so Hensel.

Insolvenzen wahrscheinlich

Wenn aber Kostenträger ankündigen, dass für nicht zu erbringende Leistungen auch keine Kosten übernommen würden, andererseits aber alle Vorhaltekosten weiter zu Buche schlügen, dann, so warnt Hensel, „werden Dienste und Einrichtungen in die Insolvenz gehen und während aber auch nach der Krise ausfallen“.

Fast alle Bereiche der sozialen Arbeit betroffen

Betroffen sei nahezu das gesamte Spektrum sozialer Arbeit: Beratungsstellen, Hilfen für Wohnungslose und andere besonders belastete Personengruppen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, für Menschen mit Behinderung sowie ältere und pflegebedürftige Menschen.